Leben in Neuseeland
Leben in Neuseeland – eine multi-naturelle und -kulturelle Erfahrung
Schon mal eine Kuh gestreichelt? Und dabei aufs offene Meer hinausgeblickt? Nachdem du gerade aus dem Urwald geklettert bist? Ja, so was geschieht nur in Neuseeland. (Die soeben geschilderte Erfahrung kann man zum Beispiel in Gulf Harbour, 45 Minuten von Aucklands Innenstadt entfernt, machen.)
Das Land der Kiwis ist eben unglaublich vielfältig, nicht nur was die Landschaft, sondern auch was die Kultur betrifft. Dabei ist Auckland eindeutig die Multi-Kulti-Metropole des Landes (genau gesagt ist es auch die einzige Metropole des Landes...). Hier treffen Menschen aus aller Welt zusammen und das zeigt sich nicht nur am Stadtbild, sondern auch in der Küche, den Universitäten und nicht zu vergessen den Backpacker-Hostels.
Aufgrund des steigenden Beliebtheit Neuseelands als Working Holiday Destination finden sich in letzterem vor allem deutschsprachige Bewohner, aber auch viele Engländer und Iren sowie Franzosen und Südamerikaner.
Bereits bei der Ankunft in Auckland, das erste Basis für die meisten Neuankömmlinge ist, wird die Vielfältigkeit der Bewohner deutlich und es lassen sich sogleich internationale Bekanntschaften schließen. Dies gilt umso mehr für die Wohngemeinschaften in der Innenstadt der größten Stadt Neuseelands, die meistens aus einem bunten Mix von Menschen aus aller Herren Ländern bestehen. Das ist Multi-Kulti pur und bietet eine tolle Gelegenheit sich auch kulinarisch anderen Kulturen zu öffnen und diese zu entdecken.
In Auckland leben schließlich die meisten Immigranten, darunter zum größten Teil Chinesen (circa 20% der Bevölkerung Aucklands) und Bürger anderer asiatischer Länder. Dies macht sich nicht nur in den Universitäten und Sprachschulen Aucklands und anderer größerer Städte bemerkbar, aus denen täglich zur Mittagspause Massen asiatischer Studenten strömen, sondern auch in den Supermärkten und kleinen Groceries, von denen viele fest in chinesischen Händen zu sein scheinen. Aufgrund guter Beziehungen zum Heimatland gelingt es wohl einigen Händlern fabelhaft günstiges importiertes Obst und Gemüse anzubieten, das man auf jeden Fall dem Angebot der großen (überteuerten) Supermarktketten vorziehen sollte.
Einen besonders angenehmen Einblick in die asiatische Kultur, die in Auckland deutlich zu spüren ist, erhält man in den unzähligen chinesischen, thailändischen, japanischen, koreanischen und indischen Restaurants, die überall in der City of Sails zu finden sind, vor allem aber im CBD, dem Central Business District, der übersät ist mit derlei Restaurants und Imbissbuden. Vor allem letztere befinden sich häufig in den größeren Einkaufskomplexen innerhalb der so genannten Food Courts und bieten unschlagbar günstiges und erstaunlich leckeres Essen an. Aber auch einige europäische, genauer gesagt italienische und französische Restaurants haben sich in Auckland und anderen größeren Städten angesiedelt und für alle Sehnsucht geplagten Deutschen gibt es sogar einen Bratwurststand, der vorgeblich original deutsche Würstchen verkauft und ein nettes Heimatgefühl für die deutschen Studenten verspricht.
Und nicht zuletzt gibt es neben all den Immigranten natürlich auch noch die Neuseeländer, deren Kultur und Traditionen für europäische Besucher ebenfalls völlig neue Erlebnisse darstellen, begonnen mit der Sprache, die selbst einige Einwohner Großbritanniens kaum verstehen.
Zwar basiert das Kiwi-Englisch auf dem Britisch Englischen Vokabular und Wortschatz, allerdings ist die Aussprache teilweise sehr verschieden, vor allem die Vokale „e“ und „i“, was für Neuankömmlinge zunächst sehr befremdlich und manchmal auch durchaus amüsant ist. Davon abgesehen genießen die meisten Neuseeländer auch einen völlig anderen Lebensstil als die Menschen auf der anderen Seite der Welt. Es ist ein Klischee, das allerdings tatsächlich zutrifft: Neuseeländer sind in vielen Punkten einfach sehr viel entspannter. Es wird nicht alles so ernst oder schrecklich wichtig genommen, und während der deutsche Neuankömmling in Stress und Panik ausbricht, weil er nach drei Tagen immer noch keine Wohnung gefunden hat, gähnt der Neuseeländer gelassen und sagt ganz zuversichtlich „Das wird schon“ – und hat damit recht, denn auch die Vermieter lassen es gerne mal etwas langsamer angehen und melden sich erst spät zurück.
Schließlich lebt die große Mehrheit der Einwohner Neuseelands auch auf dem Land, in dem Friedlichkeit und Gelassenheit groß geschrieben werden. Die ländliche Natur von sanften Hügeln auf denen Kühe und Schafe grasen, Truthähne und Pfauen vorbei huschen und Palmen leise im Wind rauschen, versprüht eine Atmosphäre, die schlichtweg zum Innehalten einlädt, zu Ruhe und Gelassenheit.
Zudem sind die Länderein jedes einzelnen Farmers meist riesig (zumindest gemessen am europäischen Maßstab), was zur Folge hat, dass die meisten Menschen sehr abgelegen und einige hundert Meter bis zu einigen Kilometern entfernt vom nächsten Wohnhaus leben. Dies allein bringt schon eine Ruhe mit sich, die auch die gelegentlich blökenden Schafe nicht stören können.
Das einzige, das die gelassenen Farmer in Aufregung versetzt, sind die Scherwettkämpfe, die von Januar bis April jedes Jahr stattfinden und die Schafzüchter zu Höchstgeschwindigkeiten und beinah jährlich neuen Scherrekorden antreiben. Dabei kommt aber auch wiederum die Gelassenheit und Fähigkeit der Neuseeländer zur ausdauernden Ruhe, die schon fast an Nichtstun grenzt, zum Ausdruck, wenn hunderte von Farmer einem achtstündigen Scherrekordversuch zuschauen, der sich von den frühen Morgenstunden bis in den späten Nachmittag zieht – und weit darüber hinaus, wenn anschließend noch Fehler und Verbesserungsstrategien analysiert und ausdiskutiert werden müssen.
Das ist das echte Neuseeland: zwischen Strand und atemberaubenden Buchten, Urwäldern und Bergen, befinden sich meilenweite Weideflächen, die nur von Schafen und Kühen bevölkert werden, unweit von der Großstadt Auckland, die mit dem höchsten Gebäude der südlichen Hemisphäre (namentlich der Sky Tower) und einer Einwohnerzahl, die größer ist als die Gesamtbevölkerung der Südinsel, glänzt.
Diese kontrastreiche multinaturelle und –kulturelle Vielfalt ist das, was Neuseeland ausmacht und unbedingt bei einem Aufenthalt im Land der Kiwis entdeckt werden muss.

Studentenvisum Neuseeland
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